
Neues Mehrzweckboot (MZB) auf den Name "Hedwig Dietl" getauft.
Zu Ehren unserer erste Ehrenfeuerwehrfrau, die uns immer wohlwollend unterstützte. Sie war Unternehmerin (Loichinger / Dietl - Brauerei), Wirtin (Gasthaus Loichinger - heute Gäubodenhof) und Wohltäterin.
Die Patenschaft für die Bootstaufe übernahme die Frau des Oberbürgermeister Carola Pannermayr sehr gerne. Am Sonntagmittag 17.05.2026 knallte die Sektflasche gegen das Boot und brach in viele Teile. So soll es sein bei einer Bootstaufe. Das klappte hervorragend, den eine Bootstaufe gibt es bei der Feuerwehr doch recht selten. Das alte Boot musste nach 33 Einsatzjahren erneuert werden. Gut vorbereitet war nicht nur die Taufe sondern auch die Täuferin. Da nach einem Aberglauben nichts Rotes getragen werden darf, entfernte sie ihren roten Nagellack und trug nichts Schwarzes, den das für Tod stehe. Beides möge sie verhindern und wünschte der "Hedwig Dietl" und der gesamten Mannschaft allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel bzw. der Schraube.
Stefan Färber, Zugführer der Feuerwache Nord, bedankte sich bei seiner Rede für das hochmoderne Mehrzweckboot, welches ca. 200.000 €uro kostete und beim zuständigen Löschzug stationiert wurde. Jetzt können wieder alle Aufgaben auf der Donau erfüllt werden. Egal ob ein Wasserfahrzeug oder es im Uferbereich brennt oder es zu einem Ölunfall auf der Donau gekommen ist, bis hin zur Unterstützung bei der Wasserrettung.
Stadtbrandrat Stephan Bachl erklärt in seiner Rede, dass das MZB mit ca. 95.000 €uro durch den Freistaat finanziell unterstützt wurde, wofür ein herzlicher Dank an die bayerische Regierung geht. Ein herzlicher Dank geht aber auch an die Stadt Straubing die den Rest finanzierte. Überrascht zeigte er sich, dass nach dem Zeitungsartikel "Name für Boot gesucht" das Telefon nicht mehr still stand und viele Vorschläge eingingen. Man hat sich aber sehr gerne an Fräulein Hedwig Dietl erinnert, die 1950 zum Ehrenmitglied der freiwilligen Feuerwehr ernannt wurde. Ihre Familie Dietl-Loichinger unterstützte bereits ab 1881 die freiwillige Feuerwehr in dem sie ihr Wirtshaus "Zum Loichinger" als Vereinslokal zur Verfügung stellte und so die Möglichkeit gab viele Versammlungen abzuhalten und Feste zu feiern. Hedwig Dietl konnte mit dem "Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr" viel anfangen.
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Das moderne Boot, mit einer Länge von 7,70 m und einer Breite von 2,50 m hat ein Gewicht von 3,5 to. Angetrieben wird es von einem leistungsstraken Diesel-Reihen-Vierzylindermotor mit 270 PS. Mit der 4 Blatt Duoprop-Edelstahlschraube kann eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 66 km/h auf dem Wasser erreicht werden aber auch bis zu 10 Personen darauf transportiert werden. Der robuste Aluminiumrumpf sorgt für hohe Widerstandsfähigkeit und Langlebigkeit. Ein großer Vorteil ist der geschlossene Bedienstand mit Aluminiumdach, da die Einsätze nicht nur bei schönem Wetter geleistet werden müssen. Somit ist der Bootsführer und sein Bootsmann vor den Witterungseinflüssn geschützt.
Die feuerwehrtechnische Ausstattung besteht aus einer fest verbauten Tragkraftspritze Rosenbauer Otter PFPN 6-500, sowie Schläuche und ein Strahlrohr. Es kann auch ein Wasserwerfer montiert werden. Dafür kann dann auch eine größere Tragkraftspritze montiert werden. Ebenso Notstromagreggate und eine zusätzliche Beleuchtung. Für technische Hilfeleistungen und Wasserrettungseinsätze verfügt das Boot über ein Bergenetz an der Seite und am Heck einen Lasthacken für das Einziehen einer Ölsperre oder das Abschleppen eines Bootes. Vorne kann die Bugklappe elektrohydraulisch abgesenkt werden, was das Verladen von liegenden Personen und Material sehr erleichtert. Eine Taucherplattform am Heck, sowie eine Leiter unterstützt bei Tauchereinsätzen die Arbeit der Taucher.
Text und Bilder: Ulli Scharrer / Straubinger Tagblatt, Reinhard Englberger