» Über uns » Geschichte » 1880-1899

Wieder um erhielt die Feuerwehr eine große Spende in Höhe von 300 Mark. Durch den hohen persönlichen Einsatz des Kommandanten Schuch erreichte die Freiwillige Feuerwehr immer größeres gesellschaftliches Ansehen.

Der Magistrat überträgt den Feuerwehrwachdienst im Theatersaal (Stadttheater) und im Colosseum (Kronensaal) der Freiwilligen Feuerwehr. Ein schwerer Verlust war es für die Feuerwehr als Kommandant Anton Schuch seinen Rücktritt in der Generalsversammlung erklärte. Zu seinem Nachfolger wurde der Konditormeister Josef Steinberger gewählt.

Die Gesamtstärke beträgt 228 aktive Mitglieder Beginn des Ausbaus der zentralen Wasserversorgung. Derzeit bestehen sechs Brunnen auf dem Stadtplatz oder in unmittelbarer Umgebung. Das Wasser hierfür wird aus dem Moosmühlbach bzw. einer Quellgalerie entnommen und über ein Pumpwerk versorgt.

Mit der Inbetriebnahme des neuen Wasserwerks und der ersten Hydranten verbessert sich der Brandschutz im Innenstadtbereich, die Löschwasserentnahme aus öffentlichen Brunnen wird weitest gehend überflüssig. Als Vorstand war Maurermeister Erhard Bub und als Kommandant Schneidermeister Josef Sprengler an der Spitze der noch jungen Freiwilligen Feuerwehr.

Aus nicht nachvollziehbaren Gründen richtet die Stadt eine Pflichtfeuerwehr ein und gliedert diese in die Freiwillige Feuerwehr ein. Eine große Zahl neuer, aber wenig motivierter Feuerwehrmänner ist die Folge. Von dem geliebten König Ludwig II. gestiftet und auf allerhöchster Verordnung, erhielten die noch aktiv tätigen Gründer der Wehr Johann Ablöscher, Johann Bachmaier, Carl Böck, Josef Robel, Ludwig Scholz und Anton Schuch ein Ehrenabzeichen. Am 20. Juli fand eine Königsparade am unteren Stadtplatz statt.

Gründung einer Feuerwehr-Sanitätsrotte unter Dr. Zeitler. Mangels Erfolg wird die Pflichtfeuerwehr wieder aufgelöst. Durch die Auflösung der Pflichtfeuerwehr traten wieder viele Feuerwehrmänner aus, jedoch blieben wieder diejenigen über, die ihren Einsatz mit Herz und Idealismus durchführten. Durch den bekannten Brauereibesitzer Jak. Ph. Dietl erfolgt eine großzügige Spende von 100 Mark. Die Vereinsveranstaltungen wurden zukünftig in dem neuen Vereinslokal beim „Zum Loichinger“ durchgeführt.

Die Wehr begeht ihr 25-jähriges Gründungsfest und zeigt bei einer großen Übung am Turm der Stiftskirche ihr Können. Anlässlich dieser Feier fand der Niederbayrische Feuerwehrtag in Straubing statt. Der Stadtmagistrat beschließt, allen Feuerwehrmännern bei 25-jährigem aktivem Dienst unentgeltlich das Bürgerrecht zu verleihen. Am 26. September marschierte das Corps vom Zeughaus zum großen Rathaussaal, wo die vorher genannten Mitgründer feierlich das Ehrenabzeichen erhielten und dem König Ludwig II. gedacht wurde.
Auf dem Bild ist die Vorstandschaft und die Chargen zu sehen.

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Das Corps erfreute sich eines stetigen Mitgliederzuwachses. Die Zahl der aktiven Mitglieder beträgt 287 Mann.

Bei der Generalversammlung wird der Kaufmann Anton Neumaier zum Vorstand gewählt. Als Kommandant war Schneidermeister Josef Sprengler tätig.

Die Übungstätigkeit ist sehr vage. Es gibt keine Berichte über größere Brände bzw. Einsätze.

Aus einem Vermächtnis der Kaufmannsgeschwister Anton und Walburga Raab erhielt das Corps 500 Mark. Als neuer Kommandant wurde der Spenglermeister Johann Ablöscher sen. gewählt.

Die Stadt erlässt eine neue vollständig überarbeitete Feuerlöschordnung. Die Feuerwehr wird in Kompanien eingeteilt.

1. Kompanie umfasste alle Aktiven nördlich des Stadtplatzes.

2. Kompanie umfasste alle Aktiven des südlichen Teiles und die

3. Kompanie umfasst die Wehrmänner der Altstadt.

Nach einem Einsatz zur nachbarschaftlichen Löschhilfe bei einem Großbrand in Wörth/Donau erntet die Straubinger Feuerwehr für ihren Einsatz Belobigungen von höchsten Stellen. Konditormeister Sebastian Gutmann löste Johann Ablöscher sen. als Kommandant ab. Auf Antrag des Kommandos wurden alle aktiven Feuerwehrmänner durch die Stadt bei der Gemeinde-Unfall-Versicherung gegen Unfälle bei Einsätzen und Übungen versichert.

Am 14. deutschen Feuerwehrtag nahmen Delegierte teil. In diesem und dem folgendem Jahr machte sich eine Interessenlosigkeit in der Mannschaftbreit.

Es wurde der Beschluss gefasst, das Barvermögen bei der königlichen Bank zu hinterlegen. Durch eine starke Bevormundung der Feuerwehr durch das Stadtmagistrat geriet der Verein in eine sehr schwere Bestandskrise. Feuerwehrmänner der Freiwilligen Feuerwehr wurde das Mitfahren auf städtischen Spritzen verweigert.

Bei der Generalversammlung wurde der Rechtsrat Josef Auer zum Vorstand und zum Kommandanten der Seilermeister Josef Rengsburger gewählt. Diese beiden schafften es durch intensive Übungen und theoretischen Unterricht das Pflichtbewußtsein wieder zu heben.

Ein erster Antrag an den Magistrat zur Errichtung einer elektrischen Feuer-Alarm-Anlage wird durch den damaligen Schriftführer und späteren Bezirksfeuerwehr Vertreter Josef Platzer gestellt, jedoch abgelehnt. Eine 30 Mann starke ‚Alarmmannschaft‘ wird aufgestellt und erhält eine besondere theoretische und praktische Schulung.

Die immer noch bestehende „städtische Feuerwehr“ wird aufgelöst und gleichzeitig entfällt die Verpflichtung für das Handwerk hier Dienst zu leisten. Die Freiwillige Feuerwehr ist nunmehr für den Schutz der Bewohner und der Stadt bei Feuersgefahr alleine zuständig.

Eine verstärkte Übungstätigkeit unterstreicht das Verantwortungsbewusstsein der Feuerwehr. Alle Feuerwehrmänner waren sich der Verantwortung bewusst und arbeiteten tatkräftig mit.

Bei der Generalversammlung wird der Spenglermeister Johann Ablöscher jun. zum Kommandanten gewählt. Er machte sich bereits als Ausbilder der Alarmmannschaft sehr verdient um die FFW Straubing. Die „Alarm-Mannschaft“ aus 30 Mann mit besonderer Ausbildung zeigt bei einer Großübung am Schrannenhaus (heute Capitol-Kino) ihr Können. Ein erneuter Antrag für die elektrische Feuer-Alarm-Anlage wird wohlwollend seitens der Stadt behandelt und 4.000 Mark werden vorab bereitgestellt.

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