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Mit annähernd 200 Gastfeuerwehren und 3000 Kameraden feiert die Freiwillige Feuerwehr Straubing unter der Schirmherrschaft des Regierungspräsidenten von Niederbayern, Herrn Dr. Ludwig Hopfner, vom 20.-22. Mai ihr 100-jähriges Bestehen.
Dabei zeigt die Feuerwehr-Jugendgruppe vor der versammelten Schar der Ehrengäste und Gäste ihr Können. Die Zahl der aktiven Mitglieder beträgt im Jubiläumsjahr 75, neben 1 Ehrenmitglied und 22 passiven unterstützen 421 fördernde Mitglieder die Feuerwehr. Die Jugendgruppe zählt 21 Feuerwehr-Anwärter.

Leider musste man in diesem Jahr öfter den Weg zum Friedhof antreten, um Kameraden auf ihrem letzten Weg zu begleiten.

So verlor man Ehrenbrandmeister Karl Froschauer und Oberlöschmeister Fritz Hengler. Beide waren über 50 Jahre für die Wehr immer eifrig tätig.
Außerdem verstarben: Alt-Feuerwehrkamerad Karl Hirschböck (lange Jahre 1. Schriftführer), Alt-Feuerwehrkamerad Georg Langenberger (früher Hydrantenwart), Jung-Feuerwehrmann Harld Wicher und die fördernen Mitglieder Hubert Freilinger und Luise Seethaler.
Frau Fanny Poiger, Mutter des verstorbenen Josef Poiger und Besitzerin der Essigfabrik und des Lebensmittelgroßhandels, wurde aufgrund der langjährigen Gönnerschaft zum Ehrenmitglied ernannt.

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Das ehem. Städt. Zeughaus („Steigerhaus“) wird abgebrochen und ein Wohnhaus mit 4 Wohnungen und eine neue Schlauchwaschanlage werden gebaut.

Am 15. Dezember brennt das Rückgebäude am Theresienplatz 26 („Setz-Haus“). Trotz der engen Bebauung in der Straubinger Altstadt gelingt der Feuerwehr der Schutz der angrenzenden Nachbarbebauung, wobei ein Kälteeinbruch mit extremen Temperaturen bis –15 Grad die Löscharbeiten erschwerte.

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Der langjährige stellvertretende Kommandant Otto Wagensohn legte zum 1. Oktober sein Amt nieder.

Otto Wagensohn trat 1928 in die Feuerwehr ein und war lange Jahre in der Alarmmannschaft. 1942 wurde er Löschmeister und 1948 zum Oberlöschmeister ernannt. Seit 1947 war er stellvertretender Kommandant und somit bester und treuster Kamerad und Freund von Oberkommandant Karl Schneider sen. mit dem er gemeinsam die Feuerwehr durch die Kriegszeit brachte. Immer ein 100 prozentiger Kamerad.
Bei der 100 Jahrfeier wurde ihm das Steckkreuz verliehen.

Zum Nachfolger wurde Karl Schneider jun., der Sohn des Oberkommandanten gewählt.

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Einbau der ersten beiden UKW-Sprechfunkgeräte in ein TLF und ein LF.

Erstmals wurde man zu über  70 Einsätzen gerufen. Die größten Feuer in der Stadt war der Brand des Pressenhaus im Dachziegelwerk Dendl am Steinweg am 15. Mai. und ein Großbrand am 28. Dezember in Ittling. Im Landkreis wurden 7 Großbrände gelöscht.

Im November gab die Stadt Straubing einen Katastropheneinsatzplan raus, in dem der Feuerwehr umfangreiche Aufgaben zu kamen. Oberbürgermeister Stiefvater löste am 4. Dezember einen Übungsalarm aus. Angenommen wurde ein Absturz eines Kleinflugzeuges auf mehrere Gebäude im Königreich. Die Aufgaben wurden zur Zufriedenheit gelöst.

In der Jahreshauptversammlung wird Otto Wagensohn zum Ehrenmitglied ernannt und erhält eine von Kunstmaler Dankesreiter gestaltete Urkunde.

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Ein Ölschaden-Anhänger (ÖSA) und ein Funkkommandowagen werden angeschafft. Die Zahl der Alarme steigt auf 97 an, der Anteil der technischen Hilfeleistungen beträgt ca. 30 %.

Am 17. Dezember, damit genau 43 Jahre nach dem ersten automobilen Löschgerät, trifft das TLF 16 –TROWA in Straubing ein. Damit steht ein für diese Zeit hochmodernes Löschfahrzeug mit 1.600 Liter Wasser und 750 kg Löschpulver zu Verfügung.

08.01.1965 Brand Ziegelei Jungmeier in der Landshuter Straße

Brand Ziegelei Jungmeier

Anfang des Jahres lief ein Brandstifter Amok und in den Abendstunden des 8. Dezember bricht in den Dachziegel werken Max Jungmeier in der Landshuter Straße ein Großbrand aus, der erst nach stundenlangem Einsatz und unter der Mithilfe der Feuerwehren aus Bogen, Geiselhöring und Straßkirchen unter Kontrolle gebracht werden konnte. Sogar aus der Stadt Landshut kam die Drehleiter zu Hilfe. Der größte Brand seit Bestehen der Straubinger Feuerwehr verursachte einen Schaden von über 1 Million DM. Insgesamt 98 Alarme darunter 7 Großfeuer beschäftigen die Feuerwehr im Jahresverlauf.

Oberbürgermeister Hermann Stiefvater wird wegen seiner außerordentlichen Verdienste für die Feuerwehr zum Ehrenmitglied ernannt. Die Zahl der Alarme steigt auf 130, darunter 8 Großbrände (überwiegend im Landkreis) an. Aus Vereinsmittel werden verschiedene Ausrüstungsgegenstände gekauft, so z .B. ein Greifzug, ein Brennschneidgerät, drei Arbeitsstellenscheinwerfer.

Eine vollhydraulische Drehleiter mit Rettungskorb DL 30 h und ein schweres Löschgruppenfahrzeug LF 8 werden zur Erweiterung und Modernisierung des Fahrzeugparks angeschafft. In der Steinergasse 5 brannte der gesamte Dachstuhl der „Regina Bar“ nieder. Die ersten drahtlosen Alarmierungsgeräte (Funkwecker) werden beschafft nachdem der Straubinger Stadtrat beschlossen hatte 100.000 DM zur Anschaffung der neuen Funktechnik zur Verfügung zu stellen.

Durch einen zwölfjährigen Zündler wurde eine 4-Zimmerwohnung und der gesamte Dachstuhl in der Rosengasse 5 zerstört. Eine Ausbreitung im eng bebauten Stadtkern konnte verhindert werden. Eine Brandserie mit vier Brandstätten beschäftigte uns in der Nacht vom 20. zum 21. Dezember im Stadtgebiet. Ein Brandstifter entzündete zuerst das Stallgebäude mit Heuboden auf dem Städtischen Schlachthof. Ca. 2,5 Std. nach dem ersten Alarm brannte etwa 800 m Luftlinie entfernt eine Doppelscheune. Nicht einmal eine Stunde nach dem die letzten Kräfte von diesem Brand eingerückt sind, wurde gegen 5:05 Uhr wieder Alarm ausgelöst wegen dem Brand einer Stallung mit Heuboden in einem landwirtschaftlichen Anwesen am Schanzlweg. Noch während der Anfahrt kam eine weitere Brandmeldung im Spitzwegwinkel. Wegen dem Dachbodenbrand in der Stadtmitte wurden sofort auch die Feuerwehren Bogen, Geiselhöring und Straßkirchen zur Unterstützung angefordert. Eine Ausbreitung konnte verhindert werden. Durch einen verunglückten LKW mit zwei Aufsetztanks wurde auf dem Gelände der Gäubodenkaserne ein Brand von c.a. 4.500 l Benzin entfacht. Das brennende Benzin breitete sich über die Kanalisation und dem Zanklbach aus.

Durch den erstmaligen Einsatz von zwei Schwerschaum- und einem Mittelschaumrohr wurde das Feuer gelöscht.

Der Jugendausschuss des deutschen Feuerwehrverbandes tagt in Straubing. In der Jugendgruppe wird erstmals das Jugend-Leistungsabzeichen abgelegt. In Krems finden die 4. Internationalen Feuerwehrwettkämpfestatt, die durch eine Abordnung und der Jugendgruppe besucht werden. Durch einen Brand wird der Dachstuhl des Eckhauses Kolbstr. / Mittlere Bachstraße vollkommen zerstört. Der langjährige stellvertretende Kommandant Otto Wagensohn wird zu Grabe getragen.

Ein Tanklöschfahrzeug TLF 16 und eine mechanische Drehleiter DL 18 ergänzen den Fuhrpark. Die Planungsarbeiten für ein großes Katastrophenschutz-Einsatzzentrum beginnen. Die Anstaltsfeuerwehr des Zuchthauses wurde aufgelöst. Die FFW SR übernimmt vollständig den abwehrenden Brandschutz innerhalb der Anstalt.

Im Florianifest wird Karl Schneider sen. als Vorstand verabschiedet und zum Ehrenoberkommandanten ernannt. Das Amt des Vorstandes übernimmt ab sofort jeweils der Kommandant der Feuerwehr. In einem Neubau in Straubing– Süd brannte aus Styropor bestehendes Dämmmaterial in einem Keller. Die immense Rauchentwicklung forderte ein Fluten des Kellers mit Mittelschaum. Im Farben-Hornauer Haus in der Rosengasse ist ein Brand in der Nacht ausgebrochen und hatte mehrere Farbeimer explodieren lassen. Am 28. April brennt ein Lagerhaus in der Wittelsbacherhöhe. Hierbei wurden die Feuerwehren Alburg, Aiterhofen, Straßkirchen und Parkstetten zur Löschhilfe angefordert. In diesem vierstöckigen Gebäude wurden Möbel, Teppiche, Elektrogeräte und Reifen gelagert. Im September wurde der 4. Deutsche Jugendfeuerwehrtag mit einer Delegiertenversammlung in Straubing abgehalten.

1972 werden mit der Gebietsreform die bisher selbstständigen Gemeinden Alburg, Ittling, Kagers und Hornstorf/Sossau in die Stadt Straubing eingegliedert. Die dort bestehenden Freiwilligen Feuerwehren werden als Löschzüge in die Freiwillige Feuerwehr übernommen, wodurch die Zahl der aktiven Feuerwehrmänner auf über 200 ansteigt.

1972

Am 5. April stirbt Ehrenoberkommandant Karl Schneider sen. und wird mit allen Ehren zu seiner letzten Ruhestätte begleitet. Mit der Gebietsreform werden die bisher selbstständigen Gemeinden Alburg, Ittling, Kagersund Hornstorf/Sossau in die Stadt Straubing eingegliedert. Die dort bestehenden Freiwilligen Feuerwehren werden als Löschzüge in die Freiwillige Feuerwehr Straubing übernommen, wo durch die Zahl der aktiven Feuerwehrmänner auf über 200 ansteigt. Die überwiegend nicht einer Stadtfeuerwehr entsprechende Ausrüstung der Löschzüge wird in den Folgejahren mit hohem finanziellem Aufwand angeglichen. Ein heftiger Sturm fegte über das Stadtgebiet und verursachte einen erheblichen Schaden. Auf dem Festplatz wurden zwei Besucher verletzt. Mehrere Planen wurden von den Zelten gefegt.

1973 der FuhrparkEin Löschgruppenfahrzeug LF 16 für den Löschzug Ittling und ein Tanklöschfahrzeug TLF 16 für den Löschzug Nord werden angeschafft. Baubeginn für eine neue Zugwache in Ittling. In den „Bürgerstuben“ wird ein Schwarz-Weißball der Feuerwehr abgehalten an dem 400 Bürger feiern. Durch einen Brandstifter werden insgesamt sechs Brände in Alburg und im Stadtgebiet gelegt.

Beim Löschzug Nord wird für Einsätze auf der Bundeswasserstrasse Donau ein Katastrophenschutz-Boot mit Jet-Antrieb (K-Boot) stationiert. Einfahrbarer Flutlichtmastanhänger( „Lichtgiraffe“) und ein Schaummitteltransportanhänger wurden angeschafft. Bei seinen täglichen Übungen stürzt ein bekannter Kunstflieger in der Nähe des Flugplatzes Wallmühle ab.

Der Löschzug Nord erhält ein neues Mehrzweckfahrzeug. Für die zunehmenden technischen Hilfeleistungen bei Verkehrsunfällen wird ein hydraulischer Rettungsspreizer der Firma HURST angeschafft. Bei einem Großbrand einer Flugzeughalle auf dem Flugplatz Wallmühle wurde in der Halle ein auf der ganzen Welt einmaliges Kunstflugzeug zerstört.

Am 23.03.1975 ging in die Geschichte der Feuerwehr der legendäre Kronensaalbrand ein, der bis heute nicht vergessen ist.

Am 23. März um 06.00 Uhr früh wird die Straubinger Feuerwehr zu einem ihrer schwierigsten Einsätze alarmiert. Inmitten der Straubinger Altstadt steht das Kronensaal-Gebäude nach einer Brandstiftung im Vollbrand. Den ganzen Tag sind alle Straubinger Löschzüge mit 13 Löschfahrzeugen im Einsatz. Eine einstürzende Giebelwand zerstört unter anderem die DL 18. Durch einen klimmenden Balken wäre dabei fast eine der schönsten Straubinger Hauskapellen zerstört worden. Um die wertvollen Malereien nicht zu zerstören wurde versucht den Balken mit dem Spreizer aus dem Mauerwerk zu drücken und außerhalb abzulöschen.

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Am 17.August brannte auf dem Gäubodenvolksfest das Festzelt „Bruder-Straubinger“. Durch den schnellen Einsatz der Festwache wurden keine Menschen verletzt.

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Am 14.Oktober zieht die Freiwillige Feuerwehr Straubing mit einem großen Festakt in ihre neue Hauptfeuerwache im Einsatzzentrum an der Siemensstraße ein. Gemeinsam mit dem Bayerischen Roten Kreuz und dem Technischen Hilfswerk sind hier die großen Straubinger Hilfsorganisationen unter einem gemeinsamen Dach untergebracht. In unmittelbarer Nähe wurde auch ein Wohnhaus gebaut das von 16 Wehrmännern mit ihren Familien bewohnt wird und somit innerhalb kürzester Zeit zur Verfügung stehen. Durch die Anschaffung eines Rüstwagens RW 2 steht nunmehr eine umfassende Ausrüstung mit technischem Gerät zur Verfügung.

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Für den Löschzug Kagers wird ein Löschgruppenfahrzeug LF 8 beschafft und der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses übergeben. Erstmals nehmen zwei Löschgruppen der Straubinger Feuerwehr an den Oberösterreichischen Landes Feuerwehrwettbewerben teil. Insgesamt legen 50 Feuerwehrmänner die bayerische Leistungsprüfung in verschiedenen Stufen ab. Die Einsätze bei schweren Verkehrsunfällen zur Rettung eingeklemmter Personen nehmen immer mehr zu.

Im März wurde der Löschzug Alburg mit Funkweckern ausgestattet. Bei einer Großübung am Stadtgraben, Kreuzung Bahnhofstraße, wurde der Bevölkerung die Einsatzkraft aufgezeigt. Mit der Schaumkanone wurde ein mit Giftfässern beladener, brennender Lastwagen gelöscht. Zum Entladen musste mit Vollschutzanzügen vorgegangen werden.

Im April werden nach einer Schneekatastrophe zwei Tage lang die Feuerwehren im Landkreis Passau unterstützt. Bei einem Festakt im Rathaussaal wird auf die 20-jährige erfolgreiche Jugendarbeit bei der FFW Straubing geblickt. Festredner Staatsminister Georg Tandler ehrt SBR Karl Schneider für sein Arrangement. Auf einer Baustelle im Straubinger Osten begann ein Teerkessel zu brennen. Während die Feuerwehrleute die ersten Löschversuche einleiteten explodierten zwei Propangasflaschen und flogen meterweit über die Köpfe hinweg. Wie durch ein Wunder wird niemand verletzt.