Jahreshauptversammlung LZ-Zentrum

Jahreshauptversammlung LZ-Zentrum

Kein Hobby  -  eine Lebensphilosophie

Gute Nachrichten für den Löschzug Zentrum bei seiner Jahreshauptversammlung: OB stellt Umbaupläne für die Hauptfeuerwache vor.

Hilfe. Die bietet die Freiwillige Feuerwehr jedem zu jeder Zeit. „Ihr helft jedem von uns, egal ob er neu hinzugekommen ist, ob er alt oder jung ist, ob er Geld hat oder nicht. Das ist konkrete Menschenliebe und das zu jeder Uhrzeit. Freiwillige Feuerwehr, das ist die Königsdisziplin im Ehrenamt“, würdigte Oberbürgermeister Markus Pannermayr das Engagement aller Feuerwehrler. Bei der Jahreshauptversammlung des Löschzugs Zentrum machten Zugführer Bernd Straub und sein Stellvertreter Michael Englberger deutlich, dass die Feuerwehr Hilfe braucht, bei Sanierung und Umbau der Hauptfeuerwache.

Die ist bereits angelaufen und der OB stellte der Mannschaft nun genauere Pläne und den Fahrplan für den weiteren Ausbau vor, der in enger Abstimmung mit Stadtbrandrat Stephan Bachl und der Zugführung verwirklicht wird. Mit dabei Vertreter aus dem Stadtrat und die Zugführer der vier Außenwachen.

Für Hilfe gibt es ein Danke. Das bekommen Feuerwehrler vor Ort selten, weil die Leute noch unter Schock stehen. Oft wird auch geschimpft, weil man zum Helfen die Straße absperren muss. Bachl und Straub dankten der Stadt und dem Stadtrat, dass man bei Ausstattung und Fahrzeugen sehr gut aufgestellt ist. Mit dem OB dankten sie allen Feuerwehrfrauen und -männern, die mit ihrer Ausbildung und Einsätzen diese Technik zum Einsatz bringen – für die Hilfe am Mitmenschen. In anderen Vereinen kann man seinen ehrenamtlichen Einsatz planen. Bei der Freiwilligen Feuerwehr gibt der Alarmpiepser an, wann man gefordert ist, bekräftigte man.

Viele große, kleine und skurile Einsätze

„Feuerwehr ist kein Hobby, sondern eine Lebensphilosophie“, erklärte Straub. Als Zugführer machte er deutlich, wie stark das gesamte Gebäude der Hauptwache, einst vor 50 Jahren der bundesweite Vorzeigebau eines Einsatzzentrums, in die Jahre gekommen ist. Feuerwehrler erwarten keinen Luxus, aber Duschen wären schön und Umkleiden nach Geschlechtern getrennt. Er war sich sicher, dass die Stadt dafür Verständnis hat. Ein weiterer Wunsch: „Wir verlieren jedes Jahr Kameraden an den Landkreis, da ein Hausbau in Straubing oft nicht finanzierbar ist. Meine Bitte an die Stadt – ist es nicht möglich, solche jungen Familien bei Grundstückserwerben zu unterstützen?“

Straub erinnerte an große und kleinere sowie skurrile Einsätze, die der Zentrumszug fuhr, auch mit oder als Unterstützer der Außenlöschzüge: „2025 hatten wir insgesamt 611 Alarme.“ 214 konnten als Hausalarme von hauptamtlichen Kameraden geschultert werden. Man stehe aber nicht nur bei Bränden und Unfällen bereit, die Freiwillige Feuerwehr unterstütze und ermögliche viel für die Straubinger. Mit einer täglichen Volksfestwache sichere man schnelle Hilfe in der Fünften Jahreszeit und mit Absperrungen bei Herzogstadtlauf und Martinsumzügen und zahlreichen Theaterwachen unterstütze man Sport und Kultur. Sein Stellvertreter Michael Englberger ging dann kurzweilig auf das vielfältige Vereinsleben des Zugs im vergangenen Jahr ein.

Stadtbrandrat Stephan Bachl betonte neben der 166-jährigen Geschichte der Straubinger Feuerwehr, dass er OB und Stadtrat mit der Sanierung sicher schon „auf den Senkel gehe“, denn es müsse etwas vorwärtsgehen. Gleichzeitig betonte er, dass man mit OB, Stadtrat und Oliver Vetter-Gindele, der als Leiter des Baureferats in dieser Funktion auch für den Brand- und Katastrophenschutz zuständig ist, gemeinsam gut in der Planung und Umsetzung unterwegs ist, auch mit Einbindung der Zugführer.

OB stellt Ausbaupläne umfassend vor

Markus Pannermayr machte deutlich, dass mit dem ersten Bauabschnitt, der Neugestaltung der Schlauch- und Atemschutzwerkstatt bereits begonnen wurde. Anschließend werde der nächste Abschnitt angegangen: Neue Garagen mit einem Überbau für eine neue Atemschutzausbildungsstrecke. Dieser Anbau soll 2027 verwirklicht werden. Beide Abschnitte werden jeweils etwas über zwei Millionen Euro kosten. Aus Arbeitsschutzgründen und damit bisherige Garagen freiwerden, müssen diese Abschnitte zuerst angegangen werden. Pannermayr betonte, dass eine Sanierung allein keine zukunftsfähige Lösung sei: „Es muss für alle passen!“ Parallel zum Bau der Garagen werde daher für einen Überbau über vorhandene Garagen geplant, der dann Anfang 2028 umgesetzt werden soll. Dort soll Platz für die Mannschaft entstehen. Gleichzeitig werden die Räume im bisherigen Gebäude neuer Nutzung zugeführt. Die Ausschreibung soll an einen Generalunternehmer erfolgen, der schlüsselfertig liefern kann. Der OB betonte, dass die Finanzierung von voraussichtlich 25 Millionen Euro eine Herausforderung sei, man aber nicht von „nice to have“ sprechen kann, sondern dass die Freiwillige Feuerwehr auch in Zukunft handlungsfähig bleibt, was ja auch für ganz Straubing von elementarer Bedeutung ist. Kritik äußerte Pannermayr daran, dass die Landesregierung bei Förderungen von Sanierungen von Feuerwehrgebäuden unflexibel ist. Neubauten werden stärker gefördert als Sanierungen oder Anbauten.

Für die Einsatzkräfte des Zentrumszugs hatte er dann noch eine freudige Nachricht. Damit die Wartezeit für neue Räume nicht zu lang wird, Sanierungswünsche gibt es schon seit zehn Jahren, wird der Überbau der neuen Garagen übergangsweise für die Mannschaft eingerichtet. Mehrkosten entstehen nicht, die Möblierung wird später einfach im Überbau weiter genutzt. Pannermayr freute sich, wunderte sich aber bei „den Problemlösern der Feuerwehr“ nicht, dass diese die Baumaßnahmen mit eigenem Spezialisten begleiten werden. Eine Unterstützung, die man gerne wahrnehme. Stadtbrandmeister Hubert Blaim kann da einen Dreiklang zaubern, er ist Bauexperte, ebenso Feuerwehrmann und hat im Ruhestand Zeit für den richtigen Blick auf den Umbau.

Text: Ulli Scharrer, Straubinger Tagblatt / IDOWA
Bilder: Reinhard Englberger, Ulli Scharrer