166. Jahreshauptversammlung e.V.

166. Jahreshauptversammlung e.V.

Jeden Tag fast dreimal im Einsatz

Wenn man jede Einsatzstunde Straubinger Feuerwehrleute – es waren 31.647 – mit einem Stundensatz von 50 Euro abrechnen würde, kämen 1,6 Millionen Euro zusammen. Diese rein hypothetische Rechnung hat Stadtbrandrat Stephan Bachl bei der 166. Jahresversammlung der FFW aufgemacht. Um Geld geht es aber hier nicht und geht es ihm nicht, denn die 319 Aktiven der Wehr (einschließlich Jugend) leisten ihren Dienst ehrenamtlich - und sind 24 Stunden täglich, 365 Tage im Jahre abrufbar, sobald alarmiert wird. Jeden Tag fast dreimal ist die Feuerwehr für Bürger in Aktion – bei Bränden, Unfällen, technischen Hilfeleistungen. Dieses Ehrenamt hat Bachl in seine Rede wohltuend für die Mannschaft und eindrücklich für die vielen Stadträte und Stadtratskandidaten im Publikum in den Fokus gerückt. Mitgeschwungen hat dabei die berechtigte Hoffnung, dass der von OB Markus Pannermayr skizzierte Ablauf der in Etappen zu realisierenden Sanierung des Einsatzzentrums zeitgerecht vorangeht. Denn, daraus machte auch der OB keinen Hehl, die Arbeits- und Aufenthaltsbedingungen für die Freiwilligen müssten passen, um sie dauerhaft bei der Stange zu halten. Stadtbrandinspektor Michael Schießl hat die an diesem Abend 145-köpfige Mannschaft samt Gästen begrüßt und Kassenbericht von Martina Ittlinger, Kassenprüfung sowie Entlastung des Vorstands routiniert moderiert. Als „gelebtes bürgerschaftliches Engagement“ charakterisierte Stadtbrandrat Stephan Bachl die Freiwillige Feuerwehr, deren uneigennützige Motivation er zu mancher Überraschung in den Fokus nahm statt einer Schilderung der sanierungsbedürftigen Räume des Einsatzzentrums. Das haben Bachl und Schießl bereits in zahlreichen Gesprächen im Rathaus getan und Einvernehmen mit der Stadtverwaltung erzielt, was in der späteren Rede des OB deutlich wurde.

Einsätze werden komplexer

Ausbildung und Übung würden künftig noch wichtiger, die Anforderungen stiegen, sagte Bachl, bei Bränden, technischer Hilfe, im Katastrophen- und neuerdings wieder im Zivilschutz. „Die Einsätze werden komplexer, die Technik anspruchsvoller.“ Nicht minder wichtig sei die Jugendarbeit, damit der Freiwilligengedanke Zukunft habe. Der praktizierten Kameradschaft sei das Vertrauen zu verdanken, dass im Ernstfall jeder für jeden einstehe, betonte er. Das sei kein Selbstläufer. Einen Wunsch hat Bachl dann doch formuliert: Die nächste Jahresversammlung solle wieder im Rathaussaal stattfinden - wie früher. Nach zehn Jahren werde es Zeit, dorthin zurückzukehren. Das hat ihm OB Markus Pannermayr gerne zugesagt, schließlich verdanke Straubing der FFW, dass die Rathausmauern beim Brand stehen geblieben sind. Pannermayr zollte nach der Ehrung verdienter Feuerwehrleute der FFW seinen Respekt für Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft sowie Hilfe jedermann. Er versicherte, dass die Entscheidungen für die Feuerwehr-Ausstattung im Stadtrat immer einstimmig fielen. Jetzt stehe man allerdings vor einer größeren Herausforderung, der Sanierung des Einsatzzentrums. Der OB skizzierte den Ablauf. Aktuell werde die Atemschutz- und Schlauchwerkstatt saniert. Das 2,2-Millionen Euro-Projekt könne noch heuer in Betrieb genommen werden. Jetzt vor größerer Herausforderung Parallel plane man den Umkleide-, Sanitär und Aufenthaltsbereich. Eine Sanierung im Bestand habe sich als abwegig erwiesen, ein Neubau sei unumgänglich. Bauen werde man an der Stelle, wo sich die ersten drei Fahrzeugstellplätze in der Halle befinden. Für diese, sprich dann für vier Stellplätze, müsse auf dem Areal noch vorher Hallen-Ersatz gebaut werden. In der Etage darüber werde man die Atemschutzstrecke unterbringen. Pannermayr sprach von einer „funktionalen Ausschreibung“, die ein Generalunternehmer schlüsselfertig baue. Die Kostenprognose liege vorerst vage bei 2,5 bis 3,5 Millionen Euro. Es sei staatliche Förderung zu erwarten. Ziel sei, 2027 das Vorhaben abzuschließen und betriebsbereit zu übergeben. Mit Genehmigung des Haushalts 2026 durch die Regierung von Niederbayern seien dafür vorgesehene Mittel gesichert. Wiederum parallel laufe die Neubauplanung für die Aufenthalts- und Umkleidebereiche, mit deren Umsetzung ab 2028 zu rechnen sei. Teilsanierungen würden leider kaum bezuschusst, bedauert Pannermayr, der Verhandlungen mit dem Freistaat ankündigte. Weil 2028 noch fern sei, habe man nach einer Zwischenlösung gesucht, nämlich das Obergeschoss der künftigen neuen Fahrzeughalle als Aufenthaltsbereich zu nutzen, ehe sie später zur Atemschutzstrecke umfunktioniert wird. Grußworte an die Versammlung richtete Oberbrandrat Roland Weber aus Wels. Die Freiwilligen Feuerwehren sorgten in einer Gesellschaft mit immer mehr sozialer Kälte dafür, dass es wärmer wird. Der Kleber sei Kameradschaft, die es zu pflegen gelte. „Wenn wir den Kleber verlieren, wird es kalt.“ Kreisbrandrat Markus Weber würdigte die kollegiale Zusammenarbeit von Stadt- und Landkreisfeuerwehren und der Kommandant der Patenwehr Geiselhöring Patrick Hierl wünschte eine glückliche Hand beim Umbau. Stephan Bachl versicherte, man werde für das Ziel zu improvisieren verstehen.

Im Anschluß wurden Ehrungen und Ernennungen vorgenommen:

Feuerwehranwärter/in: Lena Falter; Liam Cardenas Albarran; Hannes Kaun; Johannes Eiglmeier; Michael Huber; Marcel Lukasik; Raphaela Faltin; Jessica Seidel

Feuerwehrmann/frau: Camilla Müller-Haslach, Franziska Ruppert; Daniel Khomyshyn; Gabriel Hartmannsgruber; Maximilian Straub; Valentin Schötz; Julian Poller; Oskar Rauchenecker; Benjamin Deininger

Oberfeuerwehrmann/frau + 10 Jahre: Nadine Spranger; Daniel Pflügl; Lukas Lehner; Simon Griesbeck; Johannes Buchner; Andreas Henle; Anna-Maria Buchner; Maik Müller; Sabrina Schedlbauer; Hannes Weinzierl.

Hauptfeuerwehrmann/frau + 15 Jahre: Tobias Baumann; Florian Sagstetter; Daniel Warkentin; Felix Stahl; Melanie Spranger; Michael Schmidbauer; Dominik Schmelzer; Michael Hübler; Volkan Öztürk

15 Jahres: Sabrina Höcherl; Peter Wyrzgol; Andreas Nachtwey; Stefan Seidl

20 Jahre: Matthias Prokupek; Florian Kiermeier; Stefanie Zellmer

25 Jahre: Martin Mühlbauer; Verena Niklaus; Thomas Knott; Tobias Kammermeier; Stefan Färber

30 Jahre: Christian Solleder; Mike Loibl; Marco Gunzelmann; Johann Gschwind

40 Jahre: Martin Biederer; Gerhard Stahl; Max Stahl; Bernhard Sträußl; Albert Zankl

50 Jahre: Michael Pissinger; Johann Rothammer; Andreas Kußin

 

Feuerwehrarzt: Jorge Cardenas

Jugendsprecher: Oskar Gruschczyk und Theresa Huber.

 

Die Bäckerei Wurm hat die Auszeichnung für besondere Verdienste um das Feuerlöschwesen erhalten. Die Stadtbäckerei Wurm unterstützt die Feuerwehr immer wenn notwendig.     

Zum Dank für ihre Arbeit im Hintergrund erhielten Martina Ritzenberger als Kassierin, Reinhard Englberger und Hans Peter Schmelber wegen der Erstellung des Jahresberichtes, sowie Joachim Krug wegen der Erstellung der Ausschreibungen und Planungen, ein Geschenk.
 

Text: Monika Schneider-Stranninger, Straubinger Tagblatt / IDOWA
Bilder: Reinhard Englberger, Ulli Scharrer,