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Flughelfer 1

Wissenswertes

Bei der Brand-, Unfall- und Katastrophenhilfe werden immer häufiger Luftfahrzeuge (Hubschrauber und Flugzeuge) zur Unterstützung der Feuerwehren eingesetzt. Hilfe und Schutz können nur dann wirksam gewährt werden, wenn Feuerwehr, Polizei, Bundespolizei, Bundeswehr und die privaten Luftfahrzeugbetreiber unter einheitlicher Leitung zusammenwirken. Werden Luftfahrzeuge öffentlicher oder privater Betreiber angefordert, so sind diese nicht automatisch „technisch optimal“ für die verschiedensten Anforderungen des Einsatzes ausgestattet. Ebenso sind die Besatzungen nicht in allen Fällen mit den einsatztaktischen Vorgehensweisen und den damit verbundenen fliegerischen Herausforderungen hinreichend vertraut. Die Feuerwehren, die eine Flughelfergruppe betreiben, verfügen über das entsprechende Fachwissen und halten in aller Regel das notwendige technische Gerät zur Unterstützung der fliegenden Einheiten vor. Falsches Handeln auf Grund von Unachtsamkeit, Wahrnehmungsfehlern und Unkenntnis können sehr schnell zu einer funktionsbeeinträchtigenden Beschädigung eines einzelnen Bauteils oder dem Verlust des gesamten Luftfahrzeugs führen. Neben den immensen Sach- und einem eventuellen Personenschaden steht das betroffene Luftfahrzeug für den Einsatz dann meist nicht mehr zur Verfügung. Von einem Luftfahrzeug selbst, gehen aber auch vielfältige Gefahren für diejenigen Personen aus, die sich in unmittelbarer Nähe befinden

oder an diesem arbeiten müssen. Um diesen Gefahren wirksam zu begegnen, ist es zwingend erforderlich, dass sich dieser Personenkreis einer entsprechenden Ausbildung und einer regelmäßigen Fortbildung unterzieht. Auch die Europäische Luftfahrtbehörde „EASA“ trägt diesen Umstand in ihrem Regelwerk, „Spezielle Operationen“, Rechnung. Die hierin geforderten notwendigen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen können für die Vielzahl der Bayerischen Feuerwehreinsatzkräfte nicht geleistet werden, sondern es wird sich immer auf einen kleinen Kreis von Spezialisten innerhalb der Feuerwehren (sogenannte Flughelfer) beschränken müssen, die derzeit an 18 ausgewählten Standorten in Bayern vorhanden sind.

Personal

Die Flughelfergruppe der Feuerwehr Straubing besteht aus ca. 20 Flughelfern, welche hierfür die spezielle Ausbildung beim Lehrgang ‚Flughelfer Technik‘ erhalten haben und diese in regelmäßigen Abständen wiederholen müssen. Außerdem wird jährlich im Bergwachtzentrum Bad Tölz eine Winsch-Unterweisung absolviert, bei der man sowohl im Theoretischen als auch im Praktischen das Winschen am Hubschrauber und die dazugehörige Einweisung durch Handzeichen auffrischt. Regelmäßige Standortschulungen und überregionale Übungen gehören ebenso zur wichtigen Aus- und Weiterbildung.

Die Führungskräfte der Flughelfergruppe absolvieren zusätzlich den Lehrgang ‚Fliegerischer Einsatzleiter‘ (FliegE) an der Feuerwehrschule Würzburg. Mit dem hier gelehrten Wissen, können diese Kräfte einer örtlichen Einsatzleitung als Fachberater zur Seite stehen, aber auch den kompletten Betrieb für einen Einsatz mit Luftfahrzeugen Organisieren und Führen.

Kenntlich gemacht werden die Flughelfer in Bayern mit einer einheitlichen Funktionsweste in Blau-Rot mit der Aufschrift ‚Feuerwehr Flughelfer‘.

Die Flughelfergruppe kann sich je nach Bedarf Personal aus allen Löschzügen der Feuerwehr Straubing zu Hilfe holen um bei Großschadensereignissen oder überregionalen Anforderungen das benötigte Material zu transportieren und zu bedienen.

Eine Besonderheit der Flughelfergruppe Straubing ist die enge Zusammenarbeit mit der feuerwehreigenen UG-ÖEL, welche über enormes Wissen und Material für eine optimale Einsatzführung besitzt und somit ein wichtiger Baustein einer funktionierenden Fliegerischen Einsatzleitung ist.

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Material 

Die Flughelfergruppe der Feuerwehr Straubing besitzt zwei Löschwasser-Außenlastbehälter (LAB) SEMAT 900. Dies bedeutet, ein solcher Behälter kann maximal 900 Liter Löschmittel aufnehmen und dieses dann im Flug punktuell oder im Sprühabwurf ablassen. Meistens besitzen auch die Hubschrauberbetreiber eigene Löschwasserbehälter, welche genau auf ihre Maschinen abgestimmt sind, wie z.B. ein so genanntes Bambi Bucket. Löschwasserbehälter können sowohl aus fließenden und stehenden Gewässern, aus Löschwasserbehältern oder mittels Schlauchleitung befüllt werden. Diese beiden Löschwasserbehälter sind auf einem Anhänger mit dem dazugehörigen Equipment der Flughelfer verlastet und somit mobil.

Diverse Zusatzgeräte zum Betreiben eines Landeplatzes, zum Einweisen der Helikopter, zur Einsatzleitung und Organisation, zum Lufttransport von Lasten, sowie zur Befüllung der LAB sind am Standort Straubing stationiert.

Zur PSA der Flughelfer zählen die schon erwähnte Funktionsweste, ein leichter Einsatzhelm mit Augen- und Hörschutz inkl. Kommunikationseinrichtung und einer

Brust- Sitzgurtkombination zum Winschen und sichern im Hubschrauber.

Durch den großen Technik- und Fahrzeugpark der Feuerwehr Straubing kann die Flughelfergruppe auf jede mögliche Einsatz- und Anforderungslage reagieren und somit ihre Ausstattung dementsprechend erweitern. Sei es div. Pumpen, Schlauchmaterial, Tanklöschfahrzeuge, Schlauchwagen, Transport- und Mannschaftswägen oder auch eine eigens mitgebrachte UG-ÖEL ergänzen die Flughelfer optimal.

Auch durch die bayernweite Zusammenarbeit aller 18 Standorte kann zusätzliches Material und Fachpersonal angefordert werden.

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 Einsatzmöglichkeiten

Beratertätigkeit (Fachberater) und Fliegerische Einsatzleitung 

  • Fachlich kompetente Beratung für die Einsatzleitung vor Ort
  • Übernahme einer Einsatzleitung Abschnitt ‚Luft‘
  • Erkundung von Einsatzstellen aus der Luft
  • Dokumentation von Einsatzstellen aus der Luft

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 Direkte und Indirekt Brandbekämpfung

  • Direkter Löschmittelabwurf an Einsatzstellen
  • Bereitstellung von Löschwasser (Füllen von Löschwasserbehältern in unwegsamen und weitläufigem Gelände)

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Transportieren von Personal und Gerät

  • Transport notwendiger Gerätschaften (Außenlast)
  • Transport von Mannschaft zur Einsatzstelle
  • Evakuierungsmaßnahmen mittels Hubschrauber 

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Organisation und Betrieb von Landeplätzen

  • Einrichten von Landeplätzen (Löscheinsatz, MANV, Katastrophenfälle, usw.)
  • Organisation und Leitung von Landeplätzen und Flugverkehr

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Quellenangabe:
Leitfaden für die Zusammenarbeit von Feuerwehr und Luftfahrzeugbetreibern in Bayern

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